GiHi vs Windeck

TSV reißt 500 Zuschauer von den Sitzen

3:0 gegen Windeck binnen 69 Minuten bringt Giesen/ Hildesheim der 1. Liga einen großen Schritt näher

Giesen/Hildesheim (cen/ak). Glatt mit 3:0 Sätzen hat Volleyball-Zweitligist TSV Giesen/Hildesheim das Heimspiel gegen den 1.FC Windeck gewonnen. Dabei boten die Schützlinge von Trainer Matthias Polkähn zeitweise eine begeisternde Leistung, die die fast 500 Zuschauer von den Sitzen riss. Dass es am Ende wieder knapp wurde, lag vor allem an den starken Gästen, die sich zu keinem Zeitpunkt in ihr Schicksal fügten.
Zunächst jedoch schien es, als sei die TSV-Maschinerie während der zweiwöchigen Spielpause ein wenig eingerostet. Stotternd und mit etlichen Fehlzündungen holperten die Hausherren durch die Anfangsphase. Zu allem Überfluss verletzte sich Mannschaftskapitän Sdran Popovic Mitte des Satzes auch noch am Knie und musste ausgewechselt werden.
Kurioserweise brachte dieses Malheur den TSV nicht vollends zum Stillstand. Vielmehr war es am Sonnabend womöglich das entscheidende Aufbruchsignal. Robert Westphal ersetzte beim Spielstand von 11:16 Popovic auf der Spielmacherposition, und fortan zeigte sich der Tabellenführer von seiner besten Seite. Block, Aufschlag, Angriff – alles lief plötzlich wie am Schnürchen. Beim 24:23 ging Giesen/Hildesheim erstmals in Führung. Sekunden später war der Satz mit 25:23 gewonnen.
Der zweite Durchgang war eine wahre Wonne. „Wir haben geblockt wie nie zuvor“, schwärmte Polkähn. 25:14 hieß es am Ende für die Gastgeber, die ihre Gegner nach allen Regeln der Kunst auseinander genommen hatten. Giesen/Hildesheim obenauf, der starke Aufsteiger Windeck, der sich noch berechtigte Hoffnungen auf den zweiten Tabellenplatz macht, endgültig in die Knie gezwungen? Mitnichten.
Windeck erhöhte noch einmal die Schlagzahl: mehr Risiko bei den Aufschlägen, größtmöglicher Einsatz in der Feldabwehr. Mit enormem Willen kämpften sich die Rheinländer zurück in die Partie. Der TSV war sichtbar beeindruckt. Ein sicher geglaubter Sieg geriet zusehends in Gefahr.
Ähnlich wie im ersten Satz brachte ein Spielerwechsel die Wende zum Besseren: Roman Kammer ersetzte beim 14:17 Dirk van Zwoll, der bis dahin tadellos agiert hatte. Von nun an entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit sehenswerten Ballwechseln. Wenn die Abwehrreihen dominieren, wird Volleyball zu einer besonders spektakulären Angelegenheit. Die Zuschauer honorierten dies mit lautstarkem Jubel.
Beim Stand von 24:22 hatte der TSV seine ersten Matchbälle. Windeck wehrte beide bravourös ab. Dann gingen die Gäste ihrerseits in Führung. Die Giesener konterten und hatten beim 28:27 erneut Matchball. Diesmal klappte es. Satz und Sieg und ein weiterer Schritt Richtung 1. Liga – und das binnen 69 Minuten reiner Spielzeit.
„Form und Einstellung stimmen“, zog Coach Polkähn ein positives Fazit. Vor allem Diagonalspieler Mathias Sockel zeigte in der Schlussphase eine erstligareife Leistung. Als es darauf ankam, war der Linkshänder zur Stelle und übernahm in Abwehr und Angriff Verantwortung. Sockel und Alexander Schnipkoweit waren die Matchwinner.
Am kommenden Sonnabend wird die Sporthalle an der Emmerker Straße wieder zum Hexenkessel. Dann tritt der VV Humann Essen in Giesen an. „Beim 1:3 im Hinspiel waren wir gegen starke Essener chancenlos“, erinnert sich Polkähn. Nun ist die Zeit für die Revanche gekommen. Anpfiff ist um 20 Uhr. Wer einen guten Platz haben möchte, sollte deutlich eher kommen.
Nach der Partie am Sonnabend durfte Dirk van Zwoll besonders zufrieden sein. Schließlich hatte er in der HAZ das Ergebnis exakt vorausgesagt. Und gestern Abend gab es für die TSV-Truppe nochmals Grund zum Jubeln. Denn der Tabellenzweite USC Braunschweig verlor in Bottrop mit 2:3, so dass der Vorsprung von Giesen/Hildesheim sogar auf acht Punkte angewachsen ist.
           

 

Fans sind sich einig: Der Aufstieg klappt

Umfrage nach dem Sieg

Giesen (ak). Sportlich ist der TSV Giesen/Hildesheim auf dem besten Weg in die 1. Liga. Das Management arbeitet derzeit fieberhaft daran, die Rahmenbedingungen zu schaffen, damit das Aufstiegsrecht im Falle des Gewinns der Meisterschaft auch wahrgenommen werden kann. 300 000 Euro sind wohl nötig, um nicht zu einer Erstliga-Eintagsfliege zu werden. Da müssen jetzt die Sponsoren Farbe bekennen. Und was sagen die Fans? Wir hörten uns am Sonnabend nach der Partie um.
„Klar steigt der TSV auf“, sind sich die Hildesheimer Birgit und Michael Hagemann (beide 48) einig. Sie spielt selbst Volleyball beim VfV, er beim PSV. „Es war vom Niveau her kein tolles Spiel. Aber ich hatte nie die Angst, dass das Spiel verloren wird. Wir kommen mit Sicherheit wieder“, sagte Michael Hagemann. „Giesen/Hildesheim war einfach besser und wird aufsteigen, wenn der Etat gesichert ist. Dann kommen vielleicht Leute aus der ganzen Region, von Hannover bis Braunschweig, die noch gar keine Volleyballfans sind“, meinte Dennis Söhlke (21) aus Clauen. „Die Spieler haben mich stark beeindruckt, sicher steigen sie auf“, sagte Wilhelm de Ruiter (67). Der Niederländer ist selbst seit 45 Jahren Volleyballtrainer. Sein Urteil: „Guter Block, gute Verteidigung, die Aufschläge müssen noch härter und genauer werden.“ Er war mit Enkelin Femke (10) in der Halle, der Tochter von TSV-Physiotherapeut Enrico de Ruiter.
Unter den jüngsten Besuchern herrschte Einigkeit. „Klar steigen die auf“, sagten Till Eickemeier (12) aus Lechstedt, Robin Gallhoff (23) und Marcel Scholz (17, beide aus Klein Förste) unisono. Seit Jahren verpassen sie kein Heimspiel. „Wir werden einen Fanclub gründen – mit Hildesheimern zusammen“, kündigte Max Rambasky (17) an. Er und seine etwa gleichaltrigen Mitstreiter waren schon vor dem Giesener Zweitligaaufstieg stets auf der Tribüne dabei. Beim Thema Lieblingsspieler tat sich aber unter den jungen Fans eine breite Palette auf. Sie reichte von Henning Wegter über Matthias Merten bis zu Mathias Sockel.

 

(c) Archiv Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Ein runder Sieg gegen Windeck

TSV Giesen/Hildesheim lässt sich nicht aufhalten

Von Rainer Hennies
Die Volleyballer des TSV Giesen/Hildesheim kommen der Meisterschaft in der 2. Bundesliga immer näher. Am 17. von 24 Spieltagen fuhren die Spieler von den Trainern Laurenz Weiner und Matthias Polkähn den nächsten Sieg ein. Die Gäste vom 1. FC Windeck wurden nach nur 69 Minuten mit einer Bilanz von 0:3-Sätzen wieder nach Hause geschickt. Mit 25:23, 25:14 und 29:27 gewannen die Giesener letztlich deutlich.
Dabei sah es zum Auftakt gar nicht nach einem solchen Sieg aus: Denn der TSV lag mit 12:18 zurück, ehe die große Aufholjagd begann. Zum einen brachte Alexander Schnipkoweit sein Team, das bis dahin überhaupt keinen Druck mit Aufschlägen aufbauen konnte, mit einer Aufschlagserie auf 17:18 heran. Auf dem Parkett mutierte der eingewechselte Zuspieler Robert Westphal zum Glücksbringer, der seiner Mannschaft Halt gab. Nach dem knapp verlaufenen ersten Satz war der zweite überaus deutlich. Oft ist es anschließend so, dass der dritte Satz dann verloren geht. Gegen Windeck aber machten die Gastgeber den Sack zu. Allerdings benötigten die TSV-Volleyballer dazu die Verlängerung, verschlugen beim 24:22 zunächst zwei Matchbälle, ehe Windeck eine Chance auf den Satzgewinn nicht nutzen konnte. „Es war ein Match der Giesener Konstanz gegen Windecker Leistungsschwankungen“, sagte Giesens Sportdirektor Ulrich Nordmann, der ein Sonderlob für Mathias Sockel und Henning Wegter fand. „Gut spielen sie allerdings alle. Das ist normal und fällt bei uns gar nicht auf“, sagte Nordmann.
Mit sechs Punkten Vorsprung auf den Tabellenzweiten USC Braunschweig blicken die Verantwortlichen zunächst auf die beiden nächsten Spiele gegen Essen und Bottrop. Danach dürfte das Feld erheblich übersichtlicher sein.

(c) Hannoversche Allgemeine Zeitung - Leine-Nachrichten

 

Misslungenes Experiment

Zwei Sätze lang gestaltet das Team von Sven Dombrowski die Partie gegen Spitzenreiter Giesen/Hildesheim ausgeglichen

VON THOMAS GIESEN
Schladern - Vier Wochen Pause waren wohl doch zu viel. Sven Dombrowski, Trainer der Zweitbundesliga-Volleyballer des 1. FC Windeck, hatte bereits davor gewarnt, dass die spielfreie Zeit nicht gerade leistungsfördernd auf seine Truppe gewirkt haben könnte. Gegen den Spitzenreiter TSV Giesen / Hildesheim setzte es folgerichtig eine 0:3 (23:25 / 14:25 / 27:29)-Niederlage. Allerdings hielt sich der Frust in Grenzen. Einerseits gilt der TSV als unangefochtener Dominator in der Liga und zudem verlor das Team in eigener Halle noch kein Spiel.

Dafür gelang es dem Team aus Windeck, zumindest zwei Sätze ausgeglichen zu gestalten. Im ersten Satz führten die Gäste sogar mit 18:13. „Da waren wir gut drauf. Wir haben aggressiv aufgeschlagen, sind aber später in Annahme und Zuspiel eingebrochen. Das war sehr bitter. Wir hätten den Durchgang gewinnen müssen, waren aber nicht clever genug. Ein Satzgewinn hätte uns Sicherheit gegeben“, erklärte Dombrowski. Im zweiten Abschnitt versuchte der Coach, mit Umstellungen die Hausherren zu überraschen. Kai Oberhäuser wechselte auf die Diagonal-Position, Daniel Wernitz und Pavel Rath wurden nach außen beordert. „Das war mein Fehler. Es passte nicht zusammen. Ich hätte eine konservative Variante spielen lassen sollen“, sagte Dombrowski. Dementsprechend klar ging der Durchgang an den Favoriten. Vor dem dritten Satz hieß es wieder „Kommando zurück“ und prompt fand das Team wieder zu alter Stärke. „Da haben wir uns wieder stabilisiert. Aber am Ende fehlte uns die Sicherheit“, so Dombrowski, der den Gegner lobte. „In den entscheidenden Momenten hat der Gegner die wichtigen Punkte gemacht. Aber uns hat auch ein wenig Glück gefehlt.“

1. FC Windeck: Wächter, Oberhäuser, Hain, Freisewinkel, Kleber, Jeschor, Rath, Köhler, Wernitz, Fuchs.

Der Kopf ist im Weg

Windeck verliert mit 0:3 bei Tabellenführer Giesen

Windeck. Zweimal Unvermögen und einmal Pech - macht zusammen ein 0:3. 23:25, 14:25, 27:29 unterlag der 1. FC Windeck beim TSV Giesen-Hildesheim, dem Tabellenführer der 2.Volleyball-Bundesliga Nord.

Der wuchtige Schmetterball, mit dem Sebastian Jeschor seinen Hinterfeldangriff abschloss, hätte normalerweise garantiert die 27:26-Führung im dritten Satz und damit einen Satzball für den FC gebracht - wenn nicht der Kopf eines Spielers des Gastgebers im Weg gewesen wäre. Dass der Kontrahent den Ball kommen sah, ist auszuschließen. "Sebastian bombte den Ball ja regelrecht ins Feld", formulierte es Trainer Sven Dombrowski plastisch. Pech für Windecks Team. Der "ungewollte Kopfball" senkte sich ins Windecker Feld. Statt Satzball hieß es Matchball für den Tabellenführer.

Ob das Spiel ohne diese Einlage tatsächlich noch eine andere Wendung genommen hätte, ist Spekulation. Den Eindruck, "dass noch etwas möglich gewesen wäre", gewann Dombrowski nach dem Verlauf des dritten Satzes aber schon. Verdient gewesen wäre die Wende nach den ersten beiden Sätzen aber nicht. "Dafür haben wir zuviel Unvermögen an den Tag gelegt."

Nach einem tollen Start und einer 18:13-Führung gelang im ersten Satz in Annahme und Zuspiel rein gar nichts mehr. Einerseits fehlte nach der dreiwöchigen Spielpause die Matchpraxis, andererseits merkte man den Zuspielern Sebastian Hain und Axel Freisewinkel an, dass sie in den letzten Tagen mit einer Grippe im Bett gelegen hatten.

Die körperlichen Defizite waren zu groß. Dombrowski würfelte sein Team im zweiten Satz um - mit fatalen Folgen, wie er einräumte. "Das muss ich auf meine Kappe nehmen, das war mein Unvermögen." Die Variante mit Oberhäuser Diagonal, Wächter und Jeschor funktionierte rein gar nicht. Der Satz ging im Schnelldurchlauf verloren. Zu allem Überfluss zog sich Elmar Wächter auch noch einen Muskelfaserriss zu.

FC Windeck: Wächter, Hain, Freisewinkel, Kleber, Jeschor, Wernitz, Köhler, Rath, Oberhäuser, Fuchs. egr

(11.02.2008)

Umfrage
 


Dein Topspieler der Hinrunde?
Sulkhan Akhvlediani 7,31%
Robert Westphal 1,4%
Henning Wegter 1,09%
Holger Banko 0,62%
Alex Schnipkoweit 24,73%
Matthias Merten 12,6%
Mathias Sockel 33,59%
Henning Machtens 8,86%
Dirk van Zwoll 1,09%
Srdan Popovic 0,62%
Roman Kammer 2,02%
Martin Rühling 4,98%
Hauke Wagner 1,09%
643 Stimmen gesamt


 
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